Lüftungsanlage: Überträger von Viren?

Sollten Sie sich in Räumen mit zentralen Lüftungsanlagen in Zeiten einer erhöhten Ansteckungsgefahr durch Viren wie Corona aufhalten?

Bei zentralen Lüftungsanlagen mit Plattenwärmetauschern sind die Zuluft und die Abluft komplett voneinander getrennt. Dadurch ist theoretisch eine Übertragung von Krankheiten unmöglich.

Bei Rotationswärmetauschern ist eine geringe Überströmung möglich. Die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung jedoch gering.

Wurde Ihre Lüftungsanlage letztes Jahr gereinigt?

Grundsätzlich sollten Lüftungsanlagen alle 6 Monate gereinigt werden. Die VDI 6022 beschreibt Hygiene-Anforderungen an raumlufttechnische Anlagen und Geräte.

Vielleicht bietet die momentane Situation mit dem Coronavirus (COVID-19) dazu diese Reinigungsintervalle beim Facility Manager zu prüfen.

In meiner Wohnung ist ein Ventilator. Können darüber Viren übertragen werden?

Gerade hat uns ein renommierter Investor gebeten die Revisionsöffnungen aus Kostengründen wieder zu entfernen, da die betreffende Norm eine mögliche Reinigung über 10 cm große Kanäle zulässt. Tatsächlich ist eine gründliche Reinigung nach 90° Umlenkungen meiner Meinung nach nicht möglich.

In der Praxis konnte ich im Wohnungsbau besonders bei Badabluft nach DIN 18017, wie Sie in den meisten mir bekannten Wohnungen mit innen liegenden Bädern verbaut ist, noch nie eine Reinigung der Kanäle feststellen. Eine minimale Rückströmung durch Windstöße an den Fortluftöffnungen sind zwischen den Wohnungen im geringen Maße möglich.

Ich habe eine Lüftungsanlage. Wie kann ich mich vor Viren schützen?

Elektrofilter kosten ca. 2000 €. Sie schützen vor Feinstaub / Viren (0-35%), Sporen (95%), und Bakterien 35%.

Diesen Schutz bieten z.B. Allergiefilter mit elektrostatischem Pollenfilter mit der Filterklasse F7.

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Der hier dargestellte Filter beseitigt mit einem Kohlenstofffilter sogar Gerüche.
Es folgen geringe Stromkosten und die Kosten für den halbjährigen Filterwechsel.

Bin ich im Krankenhaus mit Lüftungsanlage vor Corona sicher?

Nach DIN 13080 werden Krankenhäuser schon bei der Planung auf die Vermeidung von Ansteckungsrisiken vorbereitet. Die Separierung von Infektionskranken, potenziellen und/oder kolonisierten Patienten ist ein probates Mittel zur Vermeidung der Weiterverbreitung von Infektionserregern. Wird eine „Verseuchung“ der Anlage festgestellt oder werden zur Vorbeugung Sicherheitsmaßnahmen getroffen, ist die RLT Anlage (Raumlufttechnische Anlage) zu desinfizieren. Ein Verfahren hierzu ist die elektrolytische Desinfektion. Dabei wird ein Desinfektionsmittel mithilfe des elektrolytischen Verfahrens erzeugt. Legionellen und andere Mikroorganismen werden bei niedrigen Konzentrationen des Desinfektionsmittels wirksam bekämpft. Chemikalien wie Chlor oder Biozide sowie UV-Strahlung kommen ebenfalls zur Anwendung.

Ergebnis

Lüftungsanlagen stellen kein gesteigertes Risiko zur Übertragung von Krankheiten und Viren dar.

Vielleicht regen hygienische Versäumnisse der Vergangenheit, durch aktuelle großflächige Krankheitswellen, zu regelmäßigen Reinigungen von Lüftungsanlagen an.

Ein präventives Konzept kann schon beim Bau die Reinigung vereinfachen.

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