Suffizienz kommt von „genügen“
Wieviel Haustechnik genügt uns eigentlich? Wie man die Elektro-, Heizungs-, Lüftungs-, Sanitärkosten reduziert, ohne auf Annehmlichkeit zu verzichten, erfahren Sie hier.

Das Suffizienzhaus basiert auf Gleichstrom
Geschichtlich hat der Wechselstrom die Bedarfe von Gebäuden, Städten und Ländern versorgt. Bei ohmschen Lasten spielte das sowieso keine Rolle, und bei der Industrie konnten die Maschinen direkt angetrieben werden.
Fünf Kupferkabel waren dabei erforderlich. Bei den hohen Spannungen herrschte Lebensgefahr, und Erde, Fehlerstromschalter und Leistungsschutzschalter durften nicht fehlen.
Die Elektrotechnik macht mittlerweile mehr als 1/3 der Baukosten aus.
Mit nur zwei Leitern ist ein Gleichstromnetz kostenschonend. Geringere Übertragungsverluste und keine Gefahr für den Menschen sind schon vorteilhaft. Außerdem sind die meisten Dauerverbraucher Gleichstromgeräte und können ohne Wandlungsverluste direkt betrieben werden.
Sie brauchen das sogenannte Netzteil nicht mehr mit sich herumzutragen. LED‑Beleuchtung ging ebenso wenig mit Wechselstrom. Sparen Sie sich den elektrischen Hausanschluss, den monatlichen Leistungspreis und die Bürokratie.
Vorteile eines Gleichstromgebäudes
- weniger Kabel / Kupfer / Geld
- weniger Übertragungsverluste
- keine Wandlungsverluste durch Gleichrichter / Netzteile
- weniger Strombedarf
- geringerer Speicherbedarf
- Solaranlagen werden günstiger und effizienter
Die Heizung des Suffizienzhauses
Der Tod der Unabhängigkeit von Stromabrechnungen sind Wärmepumpen. Elektronen sind physikalisch gesehen der aufwändigste Energieträger und extrem schwer speicherbar. Wärmepumpen nehmen die höchste Energieform und wandeln sie zu einer sehr niedrigen, nämlich „warmes Wasser bei 45 °C“. Das ist Frevel, Anergie an der Physik. Zudem wird der Wärmebedarf von den Jahreszeiten bestimmt und ist dann erforderlich, wenn die Sonne der nördlichen Hemisphäre wenig Zeit schenkt.

Holz speichert diese sommerliche Sonne und könnte sie einfach zu Wärme wandeln. Die Ökobilanz ist besser, als wenn man 3 kWh Gas verbrennt, um 1 kWh Strom zu bekommen, den man dann mit einem COP von 3 verprasst.
Erlauben es die Platzverhältnisse, lässt sich Wärme auch direkt saisonal speichern. Lesen Sie dazu gerne unseren Artikel zu thermischen Saisonalspeichern.
Günstige Energiespeicher für 20 Cent/kWh – green-energy-scout

Suffiziente Sanitärplanung
Trinkwasserhygiene wurde in Deutschland als Vorwand enormer Verschwendung missbraucht. Legionellen existieren und sollten nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Eine doppelt durchströmte Ringleitung mit kleineren Rohrdurchmessern sorgt für die nötige Bewegung im Trinkwassernetz.
Zirkulationsleitungen sind in erster Linie Geldverschwendung.
Für Trinkwarmwasser ist eine kleine Solarthermieanlage die ideale Lösung. Sie liefert hohe Temperaturen bei der dreifachen Effizienz von Photovoltaik. Wer mit PV‑Strom einen Heizstab betreibt, hat nicht richtig geplant.

Lüftung in Suffizienzhäusern
Nichts spricht gegen die Fensterlüftung. Jeder weiß, wie es funktioniert, und kann sich individuell mit Frischluft versorgen. Bei gut gedämmten Gebäuden eignet sich Luft auch zum Wärmetransport.
Über die Nur‑Luft‑Heizung können Sie hier etwas lesen: Herrenhaus mit Pool als Zentrales nachhaltiges Energiequartier – green-energy-scout

Worauf es beim Suffizienzhaus ankommt
Besinnen Sie sich auf das Wesentliche. Sie wollen abends einen schönen Film schauen, dann lassen Sie nicht Batteriestrom zu Wechselstrom wandeln, um ihn dann am Bildschirm wieder zu Gleichstrom zu machen.
Arbeiten Sie mit geringen Spannungen und reduzieren Sie nicht nur die Lebensgefahr, sondern auch viel teure Sicherheitstechnik.
Verschwenden Sie keine Kabel und Rohre. Zirkulieren Sie nichts hin und her, was Sie gerade nicht brauchen. Nehmen Sie erneuerbare Energien das ganze Jahr über und zwar in der richtigen Form. Aus Strom Wärme zu machen ist tabu!
Zusammenfassung
- Suffizienz = nur so viel Technik wie nötig
- Ziel: Haustechnik‑Kosten senken ohne Komfortverlust
- Fokus auf einfache, effiziente und erneuerbare Systeme
Gleichstrom im Gebäude
- Wechselstrom historisch bedingt, aber aufwendig
- Gleichstromnetz: nur 2 Leiter statt 5
- weniger Kupfer, weniger Kosten, weniger Sicherheitsaufwand
- viele Geräte arbeiten intern mit Gleichstrom
- keine Netzteile nötig → keine Wandlungsverluste
- geringere Übertragungsverluste
- PV effizienter nutzbar
- elektrischer Hausanschluss oft überflüssig
Vorteile Gleichstromgebäude
- weniger Material
- weniger Verluste
- weniger Strombedarf
- kleinerer Speicher
- günstigere Solartechnik
Heizung
- Wärmepumpen stromintensiv und schwer speicherbar
- Strom → Wärme = ineffizient
- Holz speichert Sommerenergie → direkte Wärme
- saisonale Wärmespeicher möglich
- bessere Ökobilanz als Stromumwege
- Is the DC house better with PV? – green-energy-scout
Sanitär
- Trinkwasserhygiene oft übertechnisiert
- doppelt durchströmte Ringleitung ausreichend
- kleine Rohrdurchmesser → hygienisch & effizient
- Zirkulation meist unnötige Kosten
- Solarthermie ideal für Warmwasser
- PV‑Heizstab = Fehlplanung
Lüftung
- Fensterlüftung ausreichend und intuitiv
- Luft kann in gut gedämmten Häusern Wärme transportieren
- Nur‑Luft‑Heizung möglich